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Übergitter

Folgen Quantentröge in Abständen von atomarer Größenordnung aufeinander, führt dies zu einer nicht vernachlässigbaren Tunnelwahrscheinlichkeit zwischen den Trögen.

Abbildung: Schematisches Übergitter ( $d,b \simeq a_{0}$)
\resizebox {.7\textwidth}{!}{\includegraphics{ps/sl}}

Es entsteht so eine neue ,,Gitterstruktur``, ein sog. Übergitter (superlattice, Abb. A.3) mit einem Vielfachen der eigentlichen Kristall-Gitterkonstante. Wie im Kristallgitter müssen die Ladungsträger die Blochbedingung erfüllen, wie bei der ersten Brillouinzone im Kristallgitter kommt es zu einer Rückfaltung (zone folding, Abb. A.4) der $\vec{k}$-Werte in die Gegend von $\vec{k}=\vec{0}$. Diese neue erste Brillouin-Zone füllt nur einen Bruchteil der ursprünglichen aus, denn die größere Gitterkonstante führt im reziproken Gitter zu kleineren $\vec{k}$-Werten. Das Übergitter führt also auch zu einer neuen Bandstruktur.

Abbildung: Resultierendes zone folding durch ein Übergitter
\resizebox {.7\textwidth}{!}{\includegraphics{ps/minib}}

Diese Rückfaltung soll z.B. im Falle von Silizium prinzipiell das große Manko der indirekten Bandübergangs beheben können, indem ein geeignet gewähltes Übergitter die Unterkante des Leitungsbandes nach $\vec{k}=0$ zurück faltet, wo das Maximum des Valenzbandes liegt. Eine experimentelle Realisierung ist bisher nicht erfolgt.


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Lars Steinke
1999-10-10